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03.01.10
Kino: Nagisa Oshima Reihe im Filmpodium ZürichIm Filmpodium (beim Kaufleuten) läuft zur Zeit eine Reihe über Nagisa Oshima, der als der wichtigste Neuerer des japanischen Kinos seit 1960 gilt. Doch obschon einige seiner Filme vor und nach 1968 auch im Westen Furore machten, kennt man heute bestenfalls noch Im Reich der Sinne oder Nackte Jugend.Kein Wunder, denn Oshima hat die Unberechenbarkeit zum Programm gemacht und war immer schon anderswo, wenn man meinte, ihn zu fassen zu kriegen. Wer sich auf seinen Zickzackkurs einlässt, entdeckt Filme, die genauso überraschungsreich sind, wie ihre Titel klingen: Tagebuch eines Diebes in Shinjuku, Die Rückkehr der drei Trunkenbolde, Über japanische Lieder der Unzucht … Viele davon sind erstmals seit Jahrzehnten wieder in neuen Kopien zu sehen. Von 1954 bis 1959 arbeitete er als Regieassistent für das Filmstudio Shochiku, wo er bei Yoshitaro Nomura und Masaki Kobayashi lernte. Ab 1959 versuchte er sich dann als Filmregisseur für Shochiku und galt schon bald als einer der führenden Vertreter der „Nuberu bagu“ (der neuen Welle). Nach dem Rauswurf von Shochiku, dem ein politischer Skandal voran ging, gründete er mit seiner Frau eine eigene Filmproduktionsgesellschaft Sozosha. Die hier entstandenen Filme erregten in der japanischen Öffentlichkeit ebenfalls die Gemüter, da Sozusha sich mit damaligen japanischen Tabu-Themen wie Sex, Verbrechen und Gewalt beschäftigte. 1976 konnte er Im Reich der Sinne (Ai no Korīda) drehen, der heute als sein bekanntester Film gilt und auch internationalen Erfolg verbuchen konnte. 1978 erschien Im Reich der Leidenschaft (Ai no Bōrei), der beim Cannes Film Festival 1978 den Preis für die beste Regie gewann. |